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2. Geschichte
 
Aufgrund seiner geographischen Lage am Zusammenfluss der Flüsse Huangpu und Suzhou, dem Zugang zum Meer und dem Anschluß an den großen Kanal, war Shanghai schon im 15. Jahrhundert eine wichtige Handelsstadt.
Als Folge des ersten Opiumkrieges 1840-42 und der darauf folgenden erzwungenen Öffnung von Shanghai begann die Entwicklung zum Vorläufer der heutigen Großstadt. Bereits 1840 entstand die englische Konzession, 1846 die amerikanische und 1847 die französische Konzession. Diese Abtretungs- gebiete waren dem Einfluss der chinesischen Regierung entzogen und wurden im Laufe der folgenden Jahre noch vergrößert.
Der Taiping-Aufstand 1851-64 trieb viele chinesische Flüchtlinge in die bis dato für sie als Wohn- gebiete gesperrte Konzessionen. Der hierdurch bedingte, starke Bevölkerungszuwachs forderte bereits ab Mitte der 50er Jahre die Entwicklung billigen Wohnraumes, woraus letztlich die Lilong-Quartiere ent- standen.
 
Der Erlaß neuer Brandschutzbestimmungen sowie die Einrichtung der Gasversorgung (ab 1864), Elektri- fizierung (ab 1882) und der Aufbau der Wasserversorgung (ab 1883) beeinflussten nachhaltig die Ent- wicklung der Wohnquartiere.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verlangte die Auflösung der traditionellen Großfamilie und die Ent- stehung kleinerer Großstadtfamilien nach einer Anpassung der Wohnungsgrößen. Ab etwa 1920 kehrten viele Chinesen vom Studium im Ausland zurück und förderten die allgemeine Annäherung an die westliche Kultur. Die Ansprüche an Hygiene, Ausstattung sowie Belichtung, Belüftung und Schallschutz stiegen.
 
Diese Faktoren sind bestimmend für die Entwicklung des Lilong-Wohnungsbaus.